Wie müssen wir die Eau Rouge in Spa-Francorchamps verändern?€ Image for article titled How Do We Need To Change Eau Rouge At Spa-Francorchamps?

Foto: Dean Mouhtaropoulos (Getty Images)

Die jüngste Unfallserie in den Kurven Eau Rouge und Raidillon von Spa-Francorchamps hat eine dringende Frage aufgeworfen, die auf beiden Seiten für Aufregung gesorgt hat: Sollte man die ikonische Kurve der Rennstrecke ändern? Zunehmend stellt sich die Frage, wie wir die Kurve verändern sollen.

Auf der einen Seite gibt es ein Argument für die Kurve: Sie ist eine der wenigen Kurven der alten Schule, die es in der Formel 1 noch gibt, die eine klassische Herausforderung darstellt, wie man sie auf modernisierten, speziell gebauten Strecken nicht mehr findet. Auf der anderen Seite gab es hier immer wieder dieselbe Art von Unfällen. In den letzten Jahren waren einige Änderungen in Arbeit, aber wir haben sie noch nicht umgesetzt gesehen.

Beide Argumente sind stichhaltig, aber die meisten Leute liegen irgendwo dazwischen, was Chain Bear in einem neuen Video veranschaulicht:

Stuart zeigt, wie sich die Physik auf das Auto auswirkt: Wenn das Auto in Eau Rouge eintaucht, wird es schwerer; wenn es sich hebt, wird es leichter. Drastisch wechselnde Kräfte können zu einem Kontrollverlust führen, und die Positionierung der Barrieren auf der Strecke lässt die Autos oft in den Gegenverkehr zurückprallen. Wenn dann noch das unberechenbare Wetter in Spa hinzukommt, ist eine Katastrophe vorprogrammiert.

Das Hauptproblem liegt also sowohl in der Kurve selbst als auch in der Konstruktion des Fahrzeugs. Das Problem ist der Sekundäraufprall, also der Aufprall, der nach dem Hauptunfall stattfindet. F1-Autos sind auf einzelne Unfälle ausgelegt, so dass sich das Auto auf vorhersehbare Weise auflösen und verformen kann, was auch den Fahrer hinter dem Lenkrad schützt. Beim zweiten Aufprall sind jedoch all diese lebensrettenden Strukturen nicht mehr vorhanden. Das Auto ist für diesen zweiten Aufprall nicht ausgelegt. Hier kommt es häufig zu Verletzungen.

Wie Kettenbär anmerkt, ist die Strecke an sich in Ordnung – das Problem sind die Sicherheitsmaßnahmen rund um die Strecke. Wir können Eau Rouge und Raidillon realistischerweise so belassen, wie sie sind, allerdings mit Änderungen an den engen Auslaufzonen.

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Aber um das Video von Chain Bear zu ergänzen, möchte ich auch eine kleine historische Perspektive bieten. Ich habe gerade The Science of Safety von David Tremayne gelesen, ein Buch, das die Entwicklung der Sicherheit in der Formel 1 behandelt – und Spa kommt in den Diskussionen über Sicherheit häufig vor.

Eau Rouge war zum großen Teil einer der Gründe, warum der F1-Zirkus mit anderen belgischen Rennstrecken wie Zolder oder Nivelles-Baulers experimentierte. Spa war eine Strecke, die ein hohes Maß an Geschicklichkeit erforderte, weshalb sie bei den Fahrern beliebt war – aber sie führte auch zu mehreren schweren Verletzungen und Todesfällen. Nach dem Tod von Ayrton Senna in Imola baute die Formel 1 kurz vor Eau Rouge ein paar Schikanen in die Strecke ein, aber das war kein Hit. Die Strecke wurde wieder normal, mit einer sehr kleinen Änderung für 2002. Die Leute waren unglaublich

Spa, und insbesondere Eau Rouge, ist ein sehr heikles Thema. Und die Änderungen an der Strecke waren weitgehend unwirksam: eine mittelmäßige Barriere nach Jackie Stewarts Unfall 1966, eine unebene Schikane, ein bisschen Kies. Nichts hat wirklich etwas bewirkt.

Es muss sich jedoch etwas ändern. In einer Zeit, in der das Risiko sorgfältig minimiert wird, ist Eau Rouge nach wie vor weniger eine Herausforderung als vielmehr eine Gefahr. Es ist die einzige Strecke der modernen Ära, die einem einen Schauer über den Rücken jagt, und das nicht auf eine gute Art.

Es

ist an der Zeit

, das

andere Vermächtnis der Formel 1 zu würdigen – das ständige Streben nach Sicherheit auf den legendären Strecken – und nicht die nüchterne Natur der Gefahr.