Südkoreanische Forscher erschaffen chamäleonartige künstliche "Haut"€.

SEOUL – Südkoreanische Forscher haben nach eigenen Angaben ein künstliches, hautähnliches Material entwickelt, das von der natürlichen Biologie inspiriert ist und seinen Farbton wie ein Chamäleon schnell an seine Umgebung anpassen kann.

Das Team unter der Leitung von Ko Seung-hwan, einem Maschinenbau-Professor an der Seoul National University, hat die “Haut” mit einer speziellen Tinte hergestellt, die ihre Farbe

je nach Temperatur ändert und durch winzige, flexible Heizelemente gesteuert wird.

“Wenn man in der Wüste eine Tarnuniform trägt, kann man leicht enttarnt werden”, so Ko gegenüber Reuters. “Der Schlüssel zu der von uns entwickelten Tarntechnologie ist der aktive Wechsel von Farben und Mustern in Abhängigkeit von der Umgebung.”

Ko und sein Team demonstrierten die Technologie – thermochrome Flüssigkristalltinte (TLC) und vertikal gestapelte, mehrschichtige Silbernanodraht-Heizungen – anhand eines Spielzeugs mit Farberkennungssensoren. Welche Farben die Sensoren um sich herum “sahen”, versuchte die Haut nachzuahmen.

In einem Video kroch das Spielzeug über rote, blaue und grüne Böden und änderte sofort seine Farbe, um sich dem Hintergrund anzupassen.

“Die von den Sensoren erfassten Farbinformationen werden an einen Mikroprozessor und dann an Silbernanodraht-Heizungen weitergeleitet. Sobald die Heizelemente eine bestimmte Temperatur erreichen, ändert die thermochrome Flüssigkristallschicht ihre Farbe”, so Ko.

Die Gesamtdicke der flexiblen, mehrschichtigen künstlichen Haut beträgt weniger als hundert Mikrometer – dünner als ein menschliches Haar. Durch Hinzufügen zusätzlicher Silbernanodrahtschichten in einfachen Formen wie Punkten, Linien oder Quadraten kann die Haut komplexe Muster erzeugen.

“Die flexible Haut kann als tragbares Gerät entwickelt und für Mode, militärische

Tarnuniformen, die Außenhaut von Autos und Gebäuden zu ästhetischen Zwecken und für künftige Displaytechnologien verwendet werden”, so Ko.

Die Forschungsergebnisse wurden im August in der Zeitschrift Nature Communications veröffentlicht.