Sony weiß auch nicht, warum sie ein Auto gebaut haben Image for article titled Sony Doesn't Know Why They Made A Car Either

Foto: Sony

Vor fast zwei Jahren stellte Sony auf der Consumer Electronics Show ein halbautonomes Elektrofahrzeug namens Vision-S vor. Die bloße Existenz des Autos verwirrte alle – Sony ist kein Autohersteller, und der Tech-Gigant verkündete von Anfang an, dass der Vision-S nicht in Produktion gehen würde. Aber Sony stellt eine Menge Dinge her, die in Autos eingebaut werden, und so war der Vision-S – zumindest zum damaligen Zeitpunkt – als Prüfstand und Vorzeigeobjekt für all das gedacht, was das Unternehmen als anbietet.

Der Vision-S hat diese Aufgaben erfüllt. In den vielen Monaten, die seit dem Debüt des Fahrzeugs vergangen sind, wurde es zwischen Europa und Japan hin- und hergeschickt, um in der Praxis getestet und weiter optimiert zu werden, sowohl im Magna-Steyr-Werk in Österreich als auch in den Einrichtungen von Sony in Tokio. Es wurden mindestens zwei Vision-S-Prototypen gebaut, die immer noch auf öffentlichen Straßen unterwegs sind. Wie es danach weitergehen soll, wissen die Verantwortlichen bei Sony offenbar nicht.

Izumi Kawanishi, Senior Vice President der Abteilung für künstliche Intelligenz und Robotik bei Sony, sagte dies am Wochenende gegenüber Automotive News:

“Wir haben noch keinen konkreten Plan, da wir uns derzeit in einer Forschungs- und Entwicklungsphase befinden”, sagte er gegenüber Automotive News. “Wir müssen untersuchen, welchen Zweck wir mit unserem Beitrag zum Mobilitätsservice verfolgen. Das ist unser Grundgedanke, und wir müssen die Forschungs- und Entwicklungsphase fortsetzen.”

Diese offensichtliche Richtungslosigkeit ist gleichzeitig überraschend und nicht. Einerseits stellte Sony den Vision-S als ein Werkzeug dar, mit dem sich alles von Sensoren und Computer Vision bis hin zu In-Car-Audio und Spielen weiterentwickeln lässt. Andererseits stellen viele Technologieunternehmen diese Produkte her, und man sieht nicht, dass sie aus Spaß ganze Autos bauen.

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Auf Kawanishis Frage hin schien es, als sei die Frage nach Sonys “Zweck, einen Beitrag zu Mobilitätsdiensten zu leisten”, von Anfang an klar gewesen. So begründete Mike Fasulo, Präsident von Sony Electronics, den Vision-S auf der CES im Januar 2020 gegenüber Time:

Es basiert auf unseren Kerntechnologien, oder zumindest auf den Bereichen, auf die wir uns konzentrieren, nämlich Sicherheit, Schutz und Unterhaltung. Der Grund, warum wir das Auto entworfen haben, war aus der Sicht von [Sony-CEO Kenchiro Yoshida], dass wir von Grund auf verstehen wollten, was die technischen Leistungen sind, damit wir das bieten können, was wir am besten können, wenn es um Trends im Automobilbereich geht, ob autonom oder nicht.

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Das macht für mich Sinn, und es ist ein geschickter Marketing-Schachzug zu einer Zeit, in der Apple an einem Auto für die bessere Welt arbeitet. Teil eines Jahrzehnts und hat immer noch nichts vorzuweisen. Doch nach all dieser Forschung und Entwicklung steckt Sony immer noch in einer Krise, was seine Rolle in dieser Ära der elektrischen, autonomen Autos angeht.

Da fragt man sich fast, ob das Unternehmen es sich nicht anders überlegt hat, als den Vision-S in Produktion zu geben. Kawanishi bekräftigte gegenüber Automotive News, dass dies noch nicht der Fall sei, damit sich niemand Hoffnungen macht. Vielleicht deutet er aber auch eine Zusammenarbeit mit einem oder mehreren großen Automobilherstellern an? Das Projekt könnte sich auf verschiedene Weise entwickeln, und wir müssen einfach abwarten, welche Richtung es einschlägt. Im Moment ist es etwas enttäuschend, zu sehen, wie ein Sony-Manager über zwei Jahre Arbeit nur mit einem Achselzucken reflektiert.