Elon Musk sagt Tesla-Produktion in Deutschland "vielleicht im Oktober" voraus

BERLIN – Tesla-Chef Elon Musk sagte am Freitag, er hoffe, im Oktober mit der Produktion von Autos in seiner neuen Fabrik außerhalb Berlins beginnen zu können.

Das US-Unternehmen hatte ursprünglich geplant, im Juli mit der Produktion seiner Elektroautos in der “Gigafactory” in Grünheide, östlich der deutschen Hauptstadt, zu beginnen.

Doch rechtliche Herausforderungen und Probleme bei der Erteilung behördlicher Genehmigungen haben das Projekt verzögert.

“Wir freuen uns darauf, hoffentlich die Genehmigung für die Herstellung der ersten Autos zu erhalten, vielleicht im Oktober, wenn wir Glück haben”, sagte Musk am Freitag bei einem Besuch des Standorts.

Armin Laschet, der Kandidat der Mitte-Rechts-Union für die Nachfolge von Angela Merkel als Bundeskanzler bei der Wahl im nächsten Monat, dankte Musk für seine Investition in Deutschland.

Laschet schlug vor, die deutschen Gesetze zu ändern, um es Menschen, die nicht direkt vom Bau der Fabrik betroffen sind, zu erschweren, gegen die Fabrik zu klagen, berichtet die deutsche Nachrichtenagentur DPA. Das Projekt wird von rechtlichen Anfechtungen und bürokratischem Aufwand geplagt.

In der jüngsten Kontroverse um das Projekt kritisierten Opfer des Kommunismus in Ostdeutschland am Donnerstag die Entscheidung, Tesla eine Subvention in Höhe von 8,1 Millionen Euro (fast 10 Millionen Dollar) aus einem Treuhandfonds zu gewähren, der die Reste des Vermögens des kommunistischen Regimes verwaltet.

Deutsche Medien berichteten, dass das Land Brandenburg die Mittel für Infrastrukturkosten im Zusammenhang mit der Tesla-Gigafactory bereitstellt.

Die UOKG, ein Verband, der die Opfer des Kommunismus in Ostdeutschland vertritt, begrüßte den Bau der Fabrik, fragte sich aber, “warum die Landesregierung von Brandenburg dem drittreichsten Mann der Welt” mit Geld hilft, das von ehemaligen Regimeeinheiten beschlagnahmt wurde.

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Der Vorsitzende der Gruppe, Dieter Dombrowski, sagte, das Geld hätte auch für den Bau von Schulen, Altenpflegeheimen, Kindertagesstätten oder Gedenkstätten für die Opfer der kommunistischen Diktatur verwendet werden können. Er wies darauf hin, dass sich am Freitag zum 60. Mal der Tag des Baubeginns der Berliner Mauer jährt, an der bis 1989 Dutzende von flüchtenden Ostdeutschen getötet wurden.

Katharina Slanina von der oppositionellen Linkspartei im Land Brandenburg kritisierte die Entscheidung ebenfalls.

“Es kann nicht sein, dass der Multimilliardär Musk die Risiken und Nebenwirkungen seines Projekts auf die Allgemeinheit abwälzt, aber alle Gewinne für sich behält”, sagte sie. Ihre Partei ist praktisch die Nachfolgerin der Sozialistischen Einheitspartei Ostdeutschlands.

Tesla reagierte nicht sofort auf eine Bitte um Stellungnahme.

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