Die Umstellung auf Elektrofahrzeuge könnte 30.000 Arbeitsplätze kosten, sagt VW-Chef€

BERLIN – Der Vorstandsvorsitzende von Volkswagen, Herbert Diess, sagte bei einer Aufsichtsratssitzung im September, dass das Unternehmen 30.000 Arbeitsplätze verlieren könnte, wenn es zu langsam auf Elektrofahrzeuge umsteige, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Quellen am Mittwoch gegenüber Reuters.

Die Konkurrenz durch neue Marktteilnehmer wie Tesla habe das Unternehmen dazu gedrängt, die Umstellung zu beschleunigen, soll Diess den Anwesenden gesagt haben.

Der US-Elektroautohersteller plant, mit 12.000 Mitarbeitern 500.000 Autos pro Jahr in Deutschland zu produzieren, während Volkswagen mit 25.000 Mitarbeitern nur 700.000 Autos in seinem Werk in Wolfsburg herstellt.

Ein Unternehmenssprecher bestätigte Diess’ Standpunkt, dass die Präsenz von Tesla und anderen Herstellern in Deutschland die Dringlichkeit des Übergangs zu Elektroautos erhöhe, bestritt aber, dass konkrete Berechnungen darüber angestellt worden seien, wie viele Arbeitsplätze in diesem Prozess verloren gehen könnten.

“Es steht außer Frage, dass wir uns mit Blick auf neue Marktteilnehmer mit der Wettbewerbsfähigkeit unseres Werks in Wolfsburg befassen müssen”, sagte Volkswagen-Sprecher Michael Manske und verwies auf Tesla und neue chinesische Autohersteller, die in Europa Fuß fassen.

“Tesla setzt in Grunheide neue Maßstäbe für Produktivität und Größenordnung”, sagte er und bezog sich dabei auf eine im Bau befindliche Tesla-Fabrik in der Nähe von Berlin, die bei Spitzenauslastung 5.000 bis 10.000 Autos pro Woche produzieren wird – mehr als das Doppelte der deutschen Produktion von batterieelektrischen Fahrzeugen (EV) im Jahr 2020.

“Die Debatte ist im Gange und es gibt bereits viele gute Ideen. Es gibt keine konkreten Szenarien”, sagte Manske.

Die Aussage von Diess wurde zuerst vom Handelsblatt berichtet.

Ein Sprecher des Betriebsrats von Volkswagen sagte, man wolle sich zwar nicht dazu äußern, ob Diess sich geäußert habe, aber “ein Abbau von 30.000 Stellen ist absurd und unbegründet”.

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Ein anderer Gewerkschaftssprecher aus Niedersachsen, dem zweitgrößten Anteilseigner von Volkswagen, sagte, dass solche Kürzungen “nicht in Frage” kämen.

Elektroautos bestehen aus weitaus weniger Teilen als Autos mit Verbrennungsmotor und benötigen daher weniger Arbeitskräfte für die Produktion. Einer Schätzung zufolge könnten bis 2025 in der deutschen Automobilindustrie 100.000 Arbeitsplätze durch die Elektrifizierung verloren gehen.

Das Wolfsburger Werk von Volkswagen, das mit über 50.000 Mitarbeitern das größte der Welt ist, stellt derzeit keine Elektroautos her, aber das Unternehmen plant, dort ab 2026 eine elektrische Limousine im Rahmen eines Plans namens “Project Trinity” zu produzieren.

Diess hat bereits gesagt, dass Tesla den Wettbewerb in Deutschland anheizen würde.

Der deutsche Autoriese erwägt außerdem, zusätzlich zu den bestehenden IPO-Plänen für seine Batteriesparte auch sein Lade- und Energiegeschäft an die Börse zu bringen, sagte Chief Technology Officer Thomas Schmall in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit dem Manager Magazin.

Schmall sagte, es sei noch nichts entschieden und es werde wahrscheinlich bis zu zwei Jahre dauern, bis die neuen Unternehmen an die Börse gehen.

etabliert und börsenreif

gemacht wurden.

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