Australien klagt gegen Mercedes wegen Verharmlosung der Takata-Airbag-Risiken

Die australische Verbraucherschutzbehörde hat am Mittwoch Klage gegen Mercedes-Benz eingereicht. Sie wirft dem Unternehmen vor, die Risiken im Zusammenhang mit dem Einsatz von Takata-Airbags in seinen Fahrzeugen herunterzuspielen.

Die fehlerhaften Airbags, die in seltenen Fällen zu einem Riss im Inflator führen und potenziell tödliche Metallsplitter umherfliegen lassen, haben mit 100 Millionen Fahrzeugen zum weltweit größten Rückruf von Fahrzeugen geführt.

Die australische Wettbewerbs- und Verbraucherkommission (ACCC) erklärte, die Mitarbeiter des Mercedes-Callcenters hätten den Kunden mitgeteilt, dass es “in Ordnung” sei, Fahrzeuge zu benutzen, die älter als sechs Jahre sind, und dass der Rückruf eine Vorsichtsmaßnahme sei, da es keine größeren Zwischenfälle gegeben habe. Tatsächlich wurden weltweit mehr als 400 Verletzungen und mindestens 28 Todesfälle mit fehlerhaften Takata-Inflatoren in verschiedenen Automarken, vor allem Hondas, in Verbindung gebracht.

Durch die Verharmlosung der Risiken, so die Aufsichtsbehörde, wurden Mercedes-Kunden potenziell schweren Verletzungen oder Todesfällen ausgesetzt.

“In diesen angeblichen Darstellungen wurden Formulierungen verwendet, die nicht mit den Anforderungen der obligatorischen Rückrufankündigung übereinstimmen”, so die Behörde.

Freiwillige Rückrufe in Australien wegen der defekten Airbags begannen 2009, aber 2018 wurden 4 Millionen defekte Airbags, die nach einem Autounfall in Sydney, der zu einem Todesfall führte, zum Austausch identifiziert wurden, zur Pflicht gemacht.

Die deutsche Daimler AG, die Muttergesellschaft von Mercedes-Benz, sagte, dass ihre Fahrzeuge nicht mit Takata “Alpha”-Airbags ausgestattet seien, die von der ACCC als höheres Risiko eingestuft wurden.

Da die Fahrzeuge der Daimler AG mit Beta-Airbags ausgestattet seien, erfordere der von der ACCC überwachte Rückrufprozess nicht, dass die betroffenen Mercedes-Benz-Fahrzeuge aus dem Verkehr gezogen werden oder dass die Besitzer ihre Fahrzeuge bis zur Reparatur nicht mehr fahren.

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Die ACCC teilte jedoch mit, dass sich ihr Rückruf sowohl auf Alpha- als auch auf Beta-Airbags beziehe und verwies auf den Todesfall in Sydney und die schwere Verletzung eines Fahrers, die auf defekte Beta-Airbags zurückzuführen seien.

Daimler erklärte, dass bisher 97,7 % der betroffenen Airbags in seinen Fahrzeugen ausgetauscht worden seien. Das Unternehmen habe mit der ACCC im Rahmen ihrer Untersuchung zusammengearbeitet und Verbesserungen an den internen Systemen und den Abläufen in den Callcentern vorgenommen, um die Probleme zu beheben.ess betrifft.

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