1954 Glöckler-Porsche 356 takes fringe Porsche history to Monterey

Das Werksteamvon Porsche holte 1951 bei den 24 Stunden von Le Mans mit einem 356 Gmund SL Coupe seinen ersten internationalen Sieg, doch die meisten Siege und Podiumsplätze gingen in den 1950er Jahren auf das Konto von Privatiers. Einer dieser Garagisten war Walter Glöckler, ein Volkswagen- und Porsche-Händler sowie Motorrad- und Autorennfahrer in Frankfurt. Zusammen mit dem Ingenieur Hermann Ramelow baute Glöckler sieben Rennwagen, sechs davon mit VW- und Porsche-Teilen, die an den selbstgebauten Rohrrahmen der beiden hingen. Nachdem das Duo die Aufmerksamkeit von Porsche auf sich gezogen hatte, wurde ihr sechster Wagen, der Glöckler-Porsche 1500 Super von 1953, zum Entwicklungsfahrgestell für den späteren Porsche 550. Ihr siebter und letzter Wagen ist der Glöckler-Porsche 356 von 1954, der für die Mille Miglia 1954 entwickelt wurde. Er wird während der Monterey Car Week bei RM Sotheby’s versteigert.

Auf der Grundlage eines 356 Pre-A-Chassis von Porsche aus dem Jahr 1954 setzten Glöckler und Ramelow eine frühe Version des neu entwickelten Fuhrmann-Boxermotors mit flachem Hub raum ein. Es handelte sich um denselben Motor, der für den Motorsport im 550 Spyder entwickelt wurde und zu dem Glöckler eine persönliche Beziehung hatte: Bei den 24 Stunden von Le Mans 1953 belegten zwei 550er die ersten beiden Plätze in ihrer Klasse, einer davon wurde von Glöcklers Cousin Helmut Glöckler gefahren. Ein Viergang-Schaltgetriebe überträgt die Kraft auf die Hinterräder.

Warum die Konstrukteure eine Coupé-Karosserie einbauten, ist unklar. Die Hardcore-Werksrennfahrer jener Zeit waren fast alle Spyder, aber die Porsche-Privatiers fuhren immer noch das Porsche 356 Coupé. Das Dach war nicht die einzige ungewöhnliche Wahl: Da ist das aufrechte Profil mit den geschwungenen vorderen Kotflügeln und den Heckklappen, der neuartige Türausschnitt, der in das Dach hineinragt, der dritte, niedrig angebrachte Scheinwerfer und die geteilte, umlaufende Heckscheibe, um die Konkurrenz von hinten im Auge zu behalten. Noch faszinierender ist, dass derselbe Mann, der die Karosserie des 550 entworfen hat, C. H. Wiedenhausen, auch diese Aluminiumkarosserie entworfen hat.num Blech.

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Die Konstrukteure konnten das Coupé nicht rechtzeitig für das geplante Rennen fertigstellen und nahmen stattdessen an der Straßenrallye Lüttich-Rom-Lüttich 1954 teil. Ein Ölproblem führte dazu, dass sie nur humpelnd die Ziellinie überquerten und nicht in die Wertung kamen.

Das Coupé wurde später im Jahr 1954 in die USA gebracht. In den 1970er Jahren stand es in Einzelteilen auf einem Schrottplatz in Hollywood. Ein deutscher Lufthansa-Mitarbeiter fand es, kaufte die Teile und brachte sie 1993 zurück nach Deutschland. Ein deutscher Sammler holte die Teile im Jahr 2005 ab und ließ sie in Concours-Qualität restaurieren. Abgesehen von einer neuen Aluminium-Frontplatte und einem Motor, der aus einem späteren Porsche 550 stammt, ist dieses Glöckler-Coupé genau so, wie sein Namensgeber es gebaut hat.

Es soll 2014 über einen Münchner Händler zum Verkauf angeboten worden sein, der jetzige Besitzer erwarb es 2016. RM Sotheby’s hat einen Schätzpreis von 750.000 bis 1 Million Dollar angesetzt.

Porsche-Motorsporttraditionalisten, die von solchen Randangeboten abgeschreckt werden, finden in Stuttgart noch viele weitere Fahrzeuge, die genau in der Mitte liegen. Da gibt es einen Porsche 550 Spyder von 1955, der drei Jahre lang in den USA gefahren wurde, einen Porsche 914/6 GT von 1970, der bei den 24 Stunden von Le Mans 1970 den sechsten Platz belegte, und einen der Rennwagen, die die Rückkehr des Whale Tail im Jahr 2018 erzwangen, den Porsche 953 K5 von 1977. In der Sektion Monster Racing Legends gibt es einen heiligen Gral, den Porsche 911 R von 1968, eines der ersten seriennahen Projekte des jungen Ingenieurs Ferdinand Piech, sowie einen Porsche 956 Gruppe C von 1983, der zweimal in Le Mans antrat und 1983 die 1000 Kilometer von Brands Hatch gewann, und einen Porsche 962 von Dyson Racing aus dem Jahr 1986, der in der IMSA in den USA eingesetzt wurde.

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Und dann ist da noch der Großvater, ein Porsche 917K von 1970 aus dem Werksteam von John Wyler Automotive Engineering, komplett in den Farben von Gulf. Er lief 1970 in Le Mans, war aber nicht der siegreiche 917K. Der Sieg in einem fiktiven Le Mans sollte jedoch ein Jahr später erfolgen, da dieses Chassis als Siegerauto in Steve McQueens Film Le Mans von 1971 verwendet wurde. Die Schätzung vor dem Verkauf liegt bei 16 bis 18,5 Millionen Dollar, Der 917K allein entspricht zwei Dritteln der Vorverkaufsschätzung für alle 25 Porsche, die RM Sotheby’s in Monterey versteigern will. Viel Spaß beim Bieten.